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Kindheit in Ghana

Ghana liegt in Westafrika und hat seit der Unabhängigkeit im März 1957 eine Vorbildfunktion für viele andere afrikanische Länder. Frieden, funktionierende Institutionen und eine stabile Demokratie sind nur drei Beispiele, die Ghana zu einem aufstrebenden Land werden lassen. Doch trotz der aufstrebenden Tendenzen des Landes, lebt der größte Teil der Bevölkerung in Armut, von der viele Kinder und Jugendliche betroffen sind.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung Ghanas ist unter 16 Jahre alt. Trotz eines vorhandenen Bildungssystems besuchen nur wenige Kinder und Jugendliche die Schulen. Die Einschulungsrate liegt bei 65% aller Kinder, auf weiterführende Schulen (ab zwölf Jahren) gehen 35% der Mädchen und 39% der Jungen. Der Grund für die Ausschließung vom Bildungssystem liegt in den Schulgebühren, die Familien oft nicht bezahlen können. Werden die Schulgebühren nicht bezahlt, dürfen die Kinder und Jugendlichen die Schule nicht (weiter)besuchen. Darüber hinaus fehlen Gelder für die gesundheitliche Versorgung und die Nahrungsmittelversorgung der Kinder und Jugendlichen. Viele Familien können ihre Kinder und Jugendlichen finanziell nicht tragen, sodass sie sich in ihrem jungen Alter alleine durchschlagen müssen, auf der Straße leben und/oder ihre Tätigkeiten an andere Menschen verkaufen müssen (hierzu gehört auch Prostitution), um sich ihre Bildung und Nahrungsmittel finanzieren zu können. Die Folge ist ein Kreislauf aus Abhängigkeiten, aus dem die Kinder und Jugendlichen nur selten einen Ausweg finden.

Eine Lösung der Regierung und vieler Privatmenschen ist das Erbauen und Eröffnen von Waisenhäusern. Doch leider sieht es in diesen vorgesehenen Schutzräumen für die Kinder und Jugendlichen oft nicht besser aus. Finanzielle Mittel, genügend Räumlichkeiten und ausgebildetes Personal fehlen. Hinzu kommt, dass diese Kinder und Jugendlichen oft schlecht behandelt werden, arbeiten müssen und/oder körperlicher/psychischer Gewalt ausgesetzt sind. In einem dieser Waisenhäuser war Carina Wille 2012 als Freiwillige tätig. Auch in diesem Waisenhaus waren die Verhältnisse schlimm. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind in die Schule des Waisenhauses gegangen, wo keine professionellen LehrerInnen angestellt waren, sondern die Freiwilligen unterrichtet haben. Durch das fehlende Know-How der Freiwilligen und den ständigen Wechsel dieser, war der Unterricht nicht nachhaltig für die Kinder und Jugendlichen. Es gab nie Fleisch und sehr selten Fisch zu essen. Oft gab es drei Mahlzeiten am Tag trockenen Reis. Die Kinder mussten sich selbstständig waschen und anziehen. Ab ca. 8 Jahren gehören die Kinder zu den Großen und helfen den Kleinen. Waren Freiwillige vor Ort, haben sie die Kinder unterstützt, doch dies war nicht durchgehend gegeben. Wurden die Kinder und Jugendlichen krank, bekamen sie Paracetamol. Die Freiwilligen waren diejenigen, die mit den Kindern in die Krankenhäuser gefahren sind und die Behandlung bezahlt haben. Auch wurde Carina Wille Zeugin körperlicher Gewalt eines kleinen Jungen gegenüber. Die Situation hat sich immer weiter zugespitzt, sodass das „Department of Social Welfare“ in Ghana auf das Waisenhaus aufmerksam wurde und es 2015 schließlich schloss, da es nicht den festgelegten Standards entsprach. Viele Kinder und Jugendliche wurden zu ihren Verwandten/Bekannten zurückgebracht. Die Gründe, warum diese Kinder und Jugendlichen in einem Waisenhaus untergebracht worden waren, lagen meistens bei finanziellen und zeitlichen Nöten der Familien. Wenn die Kinder und Jugendlichen zurückkommen, hat sich die Situation selten verändert und sie kommen in die eingangs beschriebenen Strukturen zurück.

Enidaso

Unsere Vision

Wir leben in einer Zeit, in der die Ungerechtigkeit in der Welt ein zentrales Thema ist. Wir sind davon überzeugt, dass jede/r von uns gefragt ist, Verantwortung für eine gerechtere Welt zu übernehmen. Wir möchten mit unserem Verein als gutes Beispiel vorangehen und Menschen motivieren, sich uns anzuschließen. Aus dieser Vision heraus zeigen wir uns solidarisch, übernehmen in der Welt Verantwortung und engagieren uns sozial.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Bildung von Kindern und Jugendlichen in Ghana. Der Verein wird verhindern, dass Kinder und Jugendliche von Bildung ausgeschlossen werden, auf der Straße leben und/oder sich an andere Menschen verkaufen müssen. Sie werden in Sicherheit, unbeschwert und altersgerecht leben und gesundheitlich und mit ausreichend Nahrung versorgt. Der Verein wird ihnen Perspektiven für ihr Leben aufzeigen und eine selbstständige und unabhängige Zukunft für die Kinder und Jugendlichen ermöglichen. Die Hilfe ist eine Hilfe zur Selbsthilfe.

Dabei ist es uns ein großes Anliegen, den Menschen (wieder) Hoffnung zu geben. Hoffnung gibt den Menschen Kraft, lässt sie weiter machen und positiv in die Zukunft blicken.

Partizipation ist ein wesentliches Merkmal unserer Arbeit. Wir arbeiten mit den Menschen vor Ort auf Augenhöhe zusammen. Sie sind die Experten ihrer Lebenswelt. Wir begegnen ihnen respektvoll und wertschätzend und entwickeln gemeinsam jeweils eine persönliche und individuelle Unterstützung. Wir sehen in diesem Ansatz eine große Chance, ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen.

Wir legen großen Wert darauf, jedes einzelne Kind unseres Projektes mit seinen Wünschen, Ängsten und Gedanken wahrzunehmen. Neben der finanziellen Förderung, begleiten wir sie persönlich auf dem Weg ins Erwachsenenleben und stehen ihnen stärkend zur Seite.

Sobald die Kinder und Jugendlichen ihre erste Ausbildung/ihr erstes Studium erfolgreich abgeschlossen haben, sind die Voraussetzungen für ein selbständiges und unabhängiges Leben von unserer Seite aus erfüllt. Wünschenswert wäre, wenn sie eines Tages den Verein im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanziell unterstützen. Dies ist jedoch keine Pflicht.

Hoffnung

Die beteiligten Kinder und Jugendlichen

Die beteiligten Kinder und Jugendlichen hat Carina während ihres ersten Aufenthaltes in Ghana kennengelernt. Sie gehören zu der Gruppe der Kinder und Jugendlichen in Ghana, die einen ähnlichen Start ins Leben hatten, wie unter „Kindheit in Ghana“ beschrieben. Ihre Eltern sind gestorben und sie kamen in das Waisenhaus, in dem Carina 2012 als Freiwillige tätig war. 2015 wurde das Waisenhaus aufgrund von unzureichenden Standards geschlossen, woraufhin ein Teil der Kinder und Jugendlichen zu Verwandten kamen, die nicht das nötige Geld haben, um sie zu versorgen. Ein anderer Teil kam in ein anderes, mittlerweile völlig überfülltes Waisenhaus, in dem ähnlich schlechte Standards herrschen und die Kinder und Jugendlichen bildungsfern aufwachsen.

Diese Kinder und Jugendlichen sind kein Einzelfall, sodass wir unsere Arbeit mit der Zeit ausweiten wollen. In Zukunft werden wir auch präventiv arbeiten und verhindern, dass Kinder und Jugendliche aufgrund von finanziellen Nöten in Waisenhäusern untergebracht werden.

Bisher unterstützen wir folgende Kinder und Jugendliche: